Nein, ich bin nicht auf der diesjährigen Photokina gewesen, dies gleich vorweg. Hier geht es also nicht um das Messe-Event als solches, das ja durchaus seinen eigenen Reiz und seine Berechtigung hat. Hier geht es um die Ankündigungen, Ausblicke, Roadmaps einiger Firmen, deren Produkte mich interessieren, deren Produkte ich teilweise besitze, sodass ich von zukünftigen Entwicklungen betroffen sein könnte.

Polaroid – das ist ein Name, der in fotografischer Hinsicht für das schnelle Vergnügen bürgt, eine Aufnahme in kürzester Zeit als fertigen Abzug in der Hand zu halten: etwas unscharf, manchmal verwackelt, nur selten optimal belichtet und zudem mit eher fragwürdiger Farbwiedergabe. Ein eher unbedeutender Spaß ohne Anspruch. Und doch: was kann daraus werden in den Händen eines Künstlers?

Dass ich auf Dauer zu den Zeiss Objektiven für das Nikon Bajonett neben der D700 auch eine Kamera für Kleinbildfilm anschaffen würde, war von vornherein klar. Eigentlich dachte ich dabei an eine Nikon F4, die mir von den moderneren Nikon Kameras des Filmzeitalters immer am besten gefiel. Doch dann bin ich über eine neuwertige FM2 gestolpert und konnte nicht widerstehen.

Wo ich lebe, das ist jener Ort, der niemals genau zu bezeichnen ist. Niemand außer mir kennt diesen Ort, aber sobald ich ihn zeigen will, muss ich ihn verlassen. Rede ich davon, beginnt, wo ich lebe, die Fremde. Fotografiere ich ihn, halte ich nichts als meine Abwesenheit fest. Die Fotografie lässt meine Gegenwart verschwinden.

Es gibt kaum etwas Schöneres als die Portraitfotografie. Sie ist der wirkungsvolle Versuch, den fotografierten Menschen seiner Alltäglichkeit zu entreißen. So wie die Fotografie generell auf der unverwechselbaren Eigentümlichkeit des Augenblicks beharrt, so vermittelt das Portrait den Glauben an die Sichtbarkeit der Seele.

ZF wird zu ZF.2 – was soll das heißen? Das heißt nichts weiter, als dass ich meine ZF-Version des Zeiss Planar 1.4/50 für Nikon-Bajonett gegen die neuere ZF.2-Version ausgetauscht habe. Da dies ohne weitere Investitionen möglich war, habe ich es einfach mal getan, schaden wird es zumindest nicht. Bringt dieses Update denn irgendwelche Vorteile mit sich?

Möglicherweise will das Leben wie eine chiffrierte Botschaft entziffert werden, schreibt André Breton in Nadja. Sie sind überall: Nachrichten aus dem Niemandsland des Lebens. Selbst das Schweigen der Dinge ist mitunter geschwätzig. Und manchmal finden wir uns wieder inmitten von Zeichen, die wir nicht verstehen.

Sie ist nagelneu, heute erst bei mir angekommen, aber trotzdem eine gute, alte Bekannte: die Zeiss Ikon, eine Kamera in klassischer Messsucher-Tradition – und natürlich für 35mm Kleinbildfilm, oder wie man heute zu sagen pflegt: analog. Gute, alte Bekannte deshalb, weil ich schon einmal das Vergnügen hatte, das ist noch gar nicht so lange her. Und nun bin ich eben wieder an diesem Punkt angelangt. Liebe auf den zweiten Blick?


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