One Shot: Little Girl Goes Psychedelic

Fotografie ist nicht einfach das Abbilden der Wirklichkeit, sondern vielmehr das Erschaffen einer eigenen, von den Zwängen des Realen losgelösten Welt, in der nichts von dem, was wir zu wissen glaubten, Bestand hat.

Es gibt verschiedene Arten, entsprechende Effekte zu inszenieren, zumal im Zeitalter digitaler Bildmanipulation. Die direkteste Methode der Verfremdung setzt jedoch viel früher im fotografischen Prozess an: mit dem Objektiv.

Manchen Objektiven eilt ihr Ruf voraus. Zunehmend beschränken sich die Elogen allerdings auf technische Aspekte wie überragende Schärfe oder die gelungene Minderung typischer Abbildungsmängel – die Rechnungen moderner Objektive treiben uns unverhohlen in die Arme der Wirklichkeit zurück.

Auf der anderen Seite finden sich Objektive, die zaubern und verzaubern können. Sie verströmen eine Magie, die im Grunde auf einer Anhäufung von Bildfehlern basiert.

Psychedelic Girl

Das New Petzval von Lomography ist ein solches Objektiv. Basierend auf einer Objektivkonstruktion aus dem Jahr 1840, zeigt es uns die Welt, wie wir sie allenfalls erträumen, nicht aber sehen können. Es nutzt die Wirklichkeit nicht als Vorlage, sondern als Inspiration für völlig neue Bildschöpfungen.

Zwar habe ich das Bild noch leicht nachbearbeitet, aber das eigentliche Werk hat das Objektiv vollbracht. Hier wurde nichts ausgeschnitten oder montiert. Dieser wirbelnde Regen aus Licht und Farbe wurde wie im Rausch durch das Objektiv auf die Leinwand gekleckst, um das eigentliche Motiv – ein junges Mädchen vor dem Blattwerk eines Baumes – der profanen Wirklichkeit zu entrücken.

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