One Shot: Show of Hands – eine Art Portrait

Es gibt Menschen, die kann man so oft und auf so viele verschiedene Arten fotografieren, wie mal will, und es ist trotzdem nicht ein einziges brauchbares Foto dabei. Es ist, als ob die betreffenden Personen eine gewisse fotografische Immunität ausstrahlten, die wie ein Schutzschild alle Versuche der Verewigung abwehrt.

Andere dagegen sind immer fotogen, sind wie fürs Fotografieren gemacht. Man kann sie fotografieren, wann man will, wo man will. Und man kann fotografieren, was man will.

Hände
Hände

Das Foto entstand während einer Familienfeier. Man kann von solchen Festen halten, was man will – etwas Gutes ist an ihnen: sie werden in der Regel auch von älteren Männern und Frauen besucht, von Menschen also, denen man das gelebte Leben ansieht. Diese personifizierte Lebenserfahrung ist ein Freund der Fotografie, sie will geradezu fotografiert werden.

Auf der besagten Familienfeier kamen etliche Leute zusammen: junge, fröhliche, schöne Leute – aber niemand war so ansehnlich, wie dieser würdevolle ältere Herr, der um so lebendiger war, als er mit dem Leben abgeschlossen zu haben schien.

Ich habe mich hier für ein Foto seiner Hände entschieden, weil in dieser eigentlich bedeutungslosen Geste oder Haltung die ganze in sich ruhende Abgeklärtheit eines Menschen zum Ausdruck kommt, der aufgehört hat, nach Besitz, Erfolg oder Glück zu streben.

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