Einige Bilder mit dem Voigtländer Nokton 1.2/35

Vor einigen Tagen habe ich das Voigtländer Nokton 1.2/35 erworben, mein bisher lichtstärkstes Objektiv und wohl nach wie vor das lichtstärkste Weitwinkel-Objektiv überhaupt. Ich habe es zwar noch keinen harten Tests unterzogen, und auch der erste anspruchsvolle Einsatz unter schwierigen Bedingungen steht noch aus, aber schon jetzt kann ich sagen, dass es wirklich Spaß macht, mit dem Objektiv zu fotografieren.

Die ersten Aufnahmen entstanden mit einer Panasonic GF1, an welche das Nokton mit dem entsprechenden Adapter von Novoflex angeschlossen wurde. Hierbei ist zu erwähnen, dass durch den Crop-Faktor des µ4/3-Systems aus dem 35mm Weitwinkel ein leichtes 70mm Tele wird – für meinen Geschmack übrigens eine wunderbare Brennweite, die für eine Vielzahl von Situationen bestens geeignet ist.

Erwähnen sollte ich noch, dass die Aufnahmen insofern unter extrem schwierigen Bedingungen entstanden, als es bei dem gegebenen Sonnenlicht überhaupt nur bedingt sinnvoll bzw. möglich ist, mit Blende 1.2 zu fotografieren: es ist schlicht zu hell. Dennoch hat mich natürlich das Fotografieren bei Offenblende gereizt, schließlich liegt hier der bevorzugte Anwendungsbereich dieses wunderbaren Objektivs.

gf1_00007_miko
Tanz mit der Unschärfe. Hier ist sehr schön der enge Schärfeverlauf zu sehen.
gf1_00004_miko
Blumen am Wegesrand, direkt gegen die Sonne fotografiert.
gf1_00005_miko
Alte junge Dame im Park. Und ja, die Statue ist tatsächlich in diesem hässlichen Grünton gestrichen.
gf1_00006_miko
Abgeblendet auf Blende 8, wenn ich mich recht erinnere.
gf1_00009_miko
Seil an einem Klettergerüst. Fast surreal, wie die Unschärfe das Bild beherrscht.
gf1_00010_mi
Volles Gegenlicht. Bei diesem Bild kann man einen leichten Anflug von Purple Fringing im Bereich des Jackenkragens erkennen. Trotzdem eine exzellente Leistung des Objektivs bei Offenblende.
gf1_00008_miko
Keine schlechte Leistung des Fotografen, ein Kind beim Schaukeln mit Blende 1.2 und manueller Fokussierung am Kameradisplay scharf einzufangen.
gf1_00014_miko
Sehr verträumtes Bokeh. Fast stiehlt es dem Schärfebereich die Show. Da muss man also etwas aufpassen – oder es mögen.

Man sieht, wohin die Reise mit dem Voigtländer Nokton 1.2/35 geht: ins zauberhafte Niemandsland gediegener Unschärfe. Gerade als 70mm Portraittele an der Panasonic GF1 trumpft das Nokton stark auf. Echte Schwächen kann ich nicht erkennen. Sicher, bei Offenblende fehlt dem Schärfebereich vielleicht der Punch, doch dafür wird man mit teilweise atemberaubendem Bokeh entschädigt. Der Bildeindruck ist insgesamt stimmig und eben sehr stimmungsvoll.

Ich bin schon gespannt, wie das Nokton sich an der Leica M7 oder der Zeiss Ikon macht. Da findet es dann als echte 35mm Brennweite Verwendung. Grundsätzlich erwarte ich hier eher noch eine ästhetische Steigerung der Unschärfeeffekte (falls das überhaupt möglich ist). Und sicherlich ist auch die Scharfstellung mit dem Messsucher bei Blende 1.2 eine Herausforderung, sowohl für das Equipment als auch für den Fotografen.

Related posts

2 thoughts on “Einige Bilder mit dem Voigtländer Nokton 1.2/35

  1. geniale aufnahmen. ich wusste bislang gar nicht, dass es 1.2 objektive gibt….

  2. Marco Schwinning

    Das Voigtländer Nokton 1.2/35 ist eines dieser ehrgeizigen Projekte von Mr. K., wie Herr Kobayashi (Cosina/Voigtländer) von seinen Fans genannt wird. Für eine 35mm Brennweite sind 1.2 eine einmalige Lichtstärke.

    Natürlich gibt es andere Objektive, die auf Schärfe und Kontrast hin optimiert sind, da kann das Nokton sicherlich nicht mithalten, aber es hat eben seine eigene Abbildungscharakteristik, in die man sich verlieben kann. Leider bin ich bisher noch immer nicht dazu gekommen, es mit Film zu testen, vorzugsweise in schwarzweiß. Ich denke, da läuft es zu Höchstform auf.

    Übrigens gibt es bei Flickr eine eigene Gruppe für Bilder, die mit dem Nokton gemacht wurden: http://www.flickr.com/groups/nokton35/

    Gruß, Marco

Leave a Comment