One Shot: Möwe im Flug (Voigtländer Nokton)

Eine Möwe im Flug ist an sich natürlich kein spektakuläres Bild. Man nimmt eine x-beliebige Spiegelreflexkamera mit einem halbwegs brauchbaren Telezoom, vertraut auf die Leistungsfähigkeit des Autofokus, fotografiert gleich eine komplette Serie und wird wahrscheinlich mit dem einen oder anderen gelungenen Schnappschuss belohnt. Das klingt kinderleicht, ist es auch – nur dass dieses Foto hier eben ganz anders entstanden ist.

friedrichskoog_060_miko
Möwe im Flug. Von wegen Autofokus. Eingefangen mit dem Voigtländer Nokton 1.1/50 an der Panasonic GF1. Blende 8, 1/1250s bei ISO 100.

Nicht dass die Entstehung dieses Bildes mit besonderen Schwierigkeiten behaftet gewesen wäre. Es soll einfach nur daran erinnern, dass trotz des Siegeszugs schneller Spiegelreflexkameras selbst im untersten Preissegment vieles auch ohne Autofokus machbar ist. So ist dieses Foto mit einem manuell zu fokussierenden Objektiv und einer Kamera entstanden, die nun wahrlich kein Überflieger in Sachen Geschwindigkeit ist.

Das Voigtländer Nokton 1.1/50 ist zwar ein Low-Light-Spezialist, das nützt einem bei strahlendem Sonnenschein allerdings recht wenig. Vorteilhafter ist da schon der Umstand, dass die 50mm Normalbrennweite durch den für µ4/3-Kameras üblichen Cropfaktor 2 an der Panasonic GF1 einen 100mm Bildausschnitt abliefert, also zu einer leichten Tele-Brennweite wird.

Natürlich ist es im Normalfall kaum möglich, mit manueller Fokussierung dem Anflug einer Möwe zu folgen. Dann heißt es eben abblenden, um die Tiefenschärfe so weit auszudehnen, dass es möglich wird, allein mit geschätzer Entfernung und ausgedehntem Schärfebreich den Vogel einzufangen. Worauf man noch achten sollte, ist eine ausreichend kurze Belichtungszeit, um die Bewegung des Motivs einfrieren zu können – und schon ist der Schnappschuss im Kasten.

Related posts

Leave a Comment