Neu eingetroffen: Zeiss Ikon Messsucherkamera

Sie ist nagelneu, heute erst bei mir angekommen, aber trotzdem eine gute, alte Bekannte: die Zeiss Ikon, eine Kamera in klassischer Messsucher-Tradition – und natürlich für 35mm Kleinbildfilm, oder wie man heute zu sagen pflegt: analog. Gute, alte Bekannte deshalb, weil ich schon einmal das Vergnügen hatte, das ist noch gar nicht so lange her. Und nun bin ich eben wieder an diesem Punkt angelangt. Liebe auf den zweiten Blick?

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Zeiss Ikon Limited Edition

Meine erste Begegnung mit der Zeiss Ikon fand gewissermaßen im Austausch für eine Leica MP statt. Ganz pragmatisch hatte ich mir ausgerechnet, dass ich für den Gebrauchtpreis einer MP eine Ikon mitsamt Objektiv bekäme. Unter rein fotografisch-technischen Gesichtspunkten war das eine einfache und unwiderstehliche Rechnung, und die Zeiss Ikon enttäuschte mich durchaus nicht, aber vielleicht sorgte das schwere Erbe der Leica MP dafür, dass ich letztlich keine engere Beziehung zu dieser schönen Kamera eingehen konnte.

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Klassischer geht es kaum. Das Design der Zeiss Ikon als perfekt ästhetisierte Funktionalität mit Verweis auf die lange Tradition der Messsucher-Fotografie.

Ich möchte hier nicht den x-ten Vergleich der Ikon mit einer Leica anstellen. Beide Systeme haben ihre Eigenheiten, ihre Vorzüge, ihre Nachteile. Unterm Strich muss man anerkennen, dass die Zeiss Ikon ein ebenso großartiges fotografisches Werkzeug ist wie eine Leica M7 oder MP.

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Das magische Dreieck: Verschlusszeitenrad, Auslöser und Filmtransporthebel.

Meine erste Zeiss Ikon war übrigens schwarz und sehr schön, aber ich muss auf Anhieb gestehen, dass mir die silberne Version besser gefällt. Sie sieht nicht nur anders aus, sondern fühlt sich auch anders an. Das will ich nicht rationalisieren, da es doch immer auf eine Geschmacksfrage hinausläuft. Das hängt vermutlich von verschiedenen Faktoren ab, so z.B. vom Gewicht. Eine schwere Leica MP im schwarzen Lack kommt definitiv wertiger daher als eine vergleichsweise leichte schwarze Zeiss Ikon. Im Gegensatz dazu erscheint mir die Balance von Gewicht und Finish der silbernen Version in sich viel stimmiger, einfach sehr harmonisch.

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Zeiss Logo in silber statt in blau.
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Klangvoller Name mit Tradition.
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Nr. 958 von angeblich 1200 Stück der Limited Edition.

Wie dem auch sei. Wichtig ist nur, dass das schöne Stück bereits mit einem Film geladen wurde und möglichst bald zum ersten Einsatz kommt, über den ich dann berichten werde. Natürlich hoffe ich, dass ich mich nicht so bald von der Zeiss Ikon trennen werde. Und so ganz nebenbei könnte ruhig mal ein bisschen Geld vom Himmel regnen.

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6 thoughts on “Neu eingetroffen: Zeiss Ikon Messsucherkamera

  1. Werner

    Auch ich besitze seit ca. 4 Monaten eine ZI-silber mit Zeiss1,5/50/ 2,8/28/ 4/85 mm.
    Ich bin mit dieser Kamera sehr zufrieden, zumal mir meine damalige Leica M6 nicht 100%
    sympathisch war (Die Kurbel für die Filmrückspulung war zu schwergängig und sehr scharfkantig).

  2. Marco Schwinning

    Wie ist denn eigentlich das 4/85 Tessar? Man findet ja im Internet so gut wie keine Information darüber, man könnte fast meinen, dass niemand mit diesem Objektiv fotografiert. Ich selbst verwende als Teleobjektiv an der Zeiss Ikon (allerdings eher selten) das Leica Elmarit 2.8/90, das lässt natürlich nichts zu wünschen übrig, ist allerdings gebraucht kaum günstiger als das Tessar neu. Genügt Blende 4 auch bei niedrigempfindlichem Film?

  3. Werner

    Ich komme mit dem Zeiss 4/85 bestens zurecht. Wichtig war mir, nicht so einen „schweren Klotz“ an der Kamera zu haben. Das 4/85 mm ist m.E wirklich sehr schlank und handlich.
    Meistens benutze ich Filme mit 24/27 DIN. Bei Tageslicht reicht natürlich auch eine geringere Empfindlichkeit.
    Gibt es eigentlich schon Informationen zu einem (digitalen) Nachfolgemodell??
    Gruß Werner

  4. Marco Schwinning

    Tja, von einer digitalen Zeiss Ikon träumen viele, aber ob es sie jemals geben wird? Aktuelle Informationen gibt es dazu wohl nicht, und im Moment tendiere ich eher zu verhaltenem Pessimismus. Die Photokina wäre natürlich die ideale Gelegenheit zu einer entsprechenden Ankündigung gewesen, zumal eine solche Neuvorstellung sicherlich Gesprächsthema Nr. 1 gewesen wäre. Aber nichts dergleichen ist passiert. Das deutet nicht darauf hin, dass in nächster Zeit etwas in dieser Hinsicht zu erwarten wäre.
    Hauptproblem könnte die Rentabilität sein. Zeiss ist weder ein Kamerahersteller noch ein Elektronikproduzent oder eine Softwareschmiede. Eigenentwicklungen sind da kaum zu erwarten, zumal Zeiss auf keine Erfahrungen in Digitaltechnik zurückgreifen kann, und Zukäufe von Drittherstellern treiben den Produktionspreis derart in die Höhe, dass man sich fragen kann, ob eine solche digitale Zeiss Ikon bedeutend günstiger als eine Leica M9 angeboten werden könnte. Und die Bereitschaft, ein Prestigeobjekt fürs Firmenimage herzustellen, ohne Aussicht auf Gewinn, dürfte sich mit der analogen Zeiss Ikon, die sicherlich kein Kassenschlager ist, erschöpft haben.
    Hoffnung könnte da vielleicht sogar eher aus Richtung Voigtländer aufkeimen. Der Beitritt zu µ4/3 und die Vorstellung eines ersten µ4/3-Objektivs lassen zumindest die Spekulation zu, dass Voigtländer eine digitale Bessa mit µ4/3-Sensor auf dem Markt platzieren könnte. Das wäre ein Kompromiss, wie er zwar nicht für Zeiss, aber durchaus für Voigtländer denkbar wäre.
    Aber das ist ja alles bloß Träumerei!

    Gruß, Marco

  5. oscar

    Neben meiner Alpha57 habe ich mir noch ein zweites analoges Standbein zugelegt. Bei der IKON ZM mit dem 50mm 1.5 in Silber konnte ich nicht widerstehen. Eine wahre Schönheit, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will. Ich habe in 4 Wochen 10 s/w-Filme mit unterschiedlichem Empfindlichkeitsbereich vollgemacht. Darunter auch der BW400CN, der wie ein Farbnegativfilm entwickelt werde kann- sehr zeitsparend!
    Mit zwei Farbfiltern ( oange u. rot ) sind mir auch schon sehr gute WW-Aufnahmen. Aber im Portraibereich habe ich die wahrhaft sensationellen Aufnahmen geschafft. Hier allerdings mit Stativ, Drahtauslöser und einem geduldigen Motiv. Nun werde ich mir noch eine NEX5 mit M-Adapter zulegen- als digitales Rückteil sozusagen. Das passt alles noch in meinen Alphakoffer und damit bin ich bestens gerüstet. Allerdings, das muss ich zugeben, hat sich der Gebrauch der Alpha seit der Ikon stark reduziert. Die ZM kann ich nur empfehlen!

  6. Marco Schwinning

    Die Zeiss Ikon (ZM) ist eine großartige Kamera. Die Kombination von Messsucher mit entsprechend hochwertigen Objektiven ist einfach unschlagbar, vor allem in Hinblick auf das fotografische Erlebnis. Sicherlich hätte Zeiss sehr viele Abnehmer für eine digitale Zeiss Ikon gefunden, aber gerade auch das (analoge) Fotografieren mit Film empfinde ich im Moment als äußerst wohltuend: keine unzähligen Einstellmöglichkeiten, keine unzähligen Auslösungen für ein einziges Motiv, keine sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse – das ist erholsam einem das Gefühl zurück, dass Fotografieren nicht bloß Ergebisse liefert, sondern mit sinnerfüllter Zeit beschenkt.

    Ich fotografiere derzeit wieder viel mit der Leica M7 und genieße es.

    Gruß, Marco

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