Neu eingetroffen: Pentax K-7 Spiegelreflexkamera

Was kann einen dazu bewegen, zusätzlich zur Nikon D700 eine Pentax K-7 anzuschaffen? Noch dazu, wo ich gerade von den Fähigkeiten der D700 im High-ISO-Bereich angetan bin, denn schließlich gilt gerade dieser Punkt als große Schwachstelle der K-7. Wäre es – wenn überhaupt – nicht sinnvoller gewesen, einen digitalen Zweitbody aus dem Hause Nikon zu wählen?

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Die Pentax K-7 mit Kitobjektiv DA 18-55 AL WR.

Nun lässt es sich bereits trefflich über Sinn und Unsinn eines weiteren Kameragehäuses der gleichen Marke streiten – wie soll man da rechtfertigen, dass man nun auch noch fremdgeht? Erst recht mit einer Marke, die seit langen Jahren in dem Ruf steht, der Konkurrenz hinterher zu hinken.

Ich denke, man muss da gar keinen Glaubenskrieg entfachen. Manchmal begünstigt die gute Gelegenheit einfach eine Entscheidung, die nicht zwangsläufig die in logischer Hinsicht plausibelste ist. So auch in diesem Fall. Mit dem Erscheinen der K-5 gilt die K-7 im Grunde schon als veraltet und wird zu entsprechenden Schleuderpreisen abverkauft. Nüchtern betrachtet ist sie allerdings noch immer eine Spitzenkamera.

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Hier nur ein paar Argumente, um die Pentax K-7 – auch gegenüber einer Nikon D700 – bestehen zu lassen.

  • Die K-7 ist sehr robust gebaut. Ein Edelstahl-Chassis und ein Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung genügen durchaus professionellen Ansprüchen.
  • Die K-7 ist sehr kompakt gebaut. Sie passt mit Objektiv in meine schnuckelige Kameratasche, welche eigentlich für die Olympus E-P1 gedacht ist. Davon kann meine D700 nur träumen.
  • Zusammen mit dem Kitobjektiv ist die K-7 bestens gegen Wasser, Staub und Schmutz geschützt, also für den Einsatz unter härteren Bedingungen geeignet. Mit einem Wort: wetterfest.
  • Die K-7 verfügt über einen ins Gehäuse integrierten Bildstabilisator. Nikon setzt nach wie vor auf entsprechend ausgestattete Objektive, was gerade in Hinblick auf ältere, manuelle Objektive oder die von mir bevorzugten Zeiss-Objektive sehr bedauerlich ist.
  • Ähnlich wie bei Nikon hat dich das Pentax-Bajonett in den letzten Jahrzehnten mechanisch nicht verändert. Es können also auch ältere Objektive, die sehr günstig zu bekommen sind, problemlos genutzt werden.
  • Pentax hat mit den Festbrennweiten der Limited-Serie hervorragende Objektive im Programm, die sich durch Spitzenleistung in Verbindung mit Kompaktheit bei höchster Fertigungsqualität auszeichnen.
  • Die Pentax K-7 ist leise, sehr leise. Der Spiegelschlag ist dermaßen weich und gedämpft, dass man sich beim Auslösen wundert. Die D700 setzt hier auf Tradition: als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal eine Nikon F3 ausgelöst habe, ist mir vor Schreck fast die Kamera aus der Hand gefallen. Echte Nikonianer lieben es hart.
  • Der Sucher der K-7 bietet satte 100%, während das Sucherbildfeld der D700 lediglich 95% umfasst.
  • Die Auflösung der K-7 beträgt 14,6 Megapixel im Gegensatz zu 12,1 Megapixel der D700. Für gewöhnlich zähle ich keine Pixel, aber erwähnen kann man es ja ruhig.
  • Auch wenn es für mich nicht wirklich von Belang ist: die K-7 verfügt über eine ausgereifte Videofunktion. Darauf muss man bei der D700 ganz verzichten.

Ich will die beiden Kameras bzw. Systeme nicht gegeneinander ausspielen. Diese Auflistung soll nur veranschaulichen, dass die K-7 keineswegs zum alten Eisen gehört. Was die Bildqualität angeht, so kann man in zahlreichen Tests nachlesen, dass die K-7 sich nicht vor der Konkurrenz verstecken muss.

Und das leidige Thema des Rauschens bei hohen Empfindlichkeiten wird meiner Meinung nach hoffnungslos überschätzt. Bis ISO 1600 muss man darüber nicht einmal nachdenken. Und was höhere Empfindlichkeiten betrifft, so sollte man bedenken, dass die K-7 mit APS-C Sensor keineswegs gegen das Kleinbildformat einer D700 antritt. Aber darauf werde ich demnächst in einem gesonderten Beitrag eingehen.

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