Erfahrungsbericht: High ISO mit der Pentax K-7

Die Pentax K-7 ist ohne Zweifel eine ernsthafte, semiprofessionelle Spiegelreflexkamera mit großartiger Ausstattung und sehr robuster Konstruktion. Als ihr größter Schwachpunkt gilt lediglich das Rauschverhalten bei höheren Empfindlichkeiten. Zwar habe ich mir die K-7 sicherlich nicht wegen ihrer High-ISO-Performance angeschafft, trotzdem wollte ich diesen Aspekt mal genauer unter die Lupe nehmen.

Dazu nehme ich für diesen Artikel eine Reihe von Testaufnahmen der K-7, die den kritischen Bereich von ISO 1600 bis ISO 6400 abdecken. In einem späteren Artikel werde ich dann noch die Performance der K-7 mit der Nikon D700, der Panasonic GF-1 und der Olympus E-P1 vergleichen.

Als Ausgangspunkt dient ein willkürlich arrangiertes Stillleben, das ich jeweils verkleinert wiedergebe, um den gesamten Bildeindruck abschätzen zu können, sowie als 100%-Ausschnitt, um das Rauschverhalten am Detail zu überprüfen. Dabei zeige ich jeweil einen Ausschnitt aus der unbearbeiteten JPEG-Datei, wie sie aus der Kamera kommt, und aus der von mir nachbearbeiteten RAW-Datei.

Die Nachbearbeitung bezog sich ausschließlich auf die Rauschunterdrückung, es erfolgte keine Nachschärfung oder sonstige Korrektur. Natürlich hätte ich auch noch auf die Rauschunterdrückung verzichten können, das macht aber spätestens ab ISO 3200 keinen Sinn mehr. Hier geht es darum, ob und in welchem Maße die Fotos der K-7 bei hohen Empfindlichkeiten verwendbar sind. Der technische Aspekt an sich interessiert mich nicht.

Als Objektiv kam übrigens das Pentax SMC 1.7/50 zum Einsatz, ein altes Low-Budget-Objektiv ohne Autofokus, aber mit sehr guter Schärfe, hier abgeblendet auf Blende 5.6. Die Firmware meiner K-7 ist die derzeit aktuelle Version 1.10. Zu den Bildern ist noch anzumerken, dass man sie anklicken muss, damit die 100% Crops auch wirklich als 100% Crops angezeigt werden. Die Bilder im Text sind alle an die Textbreite angepasst und also verkleinert.

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ISO 1600 Gesamtansicht
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ISO 1600 100% Crop – direkt aus der Kamera
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ISO 1600 100% Crop – bearbeitete Raw-Datei

An dieser Stelle kann man sicherlich schon mal festhalten, dass eine Empfindlichkeit von ISO 1600 der Pentax K-7 nicht die geringsten Probleme bereitet. Das Kamera-JPEG wirkt etwas knackiger, weil es kameraintern geschärft wird. Dadurch entsteht aber auch eine leichte Körnigkeit, die allerdings in der Praxis keine Rolle spielt.

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ISO 2500 Gesamtansicht
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ISO 2500 100% Crop – direkt aus der Kamera
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ISO 2500 100% Crop – bearbeitete Raw-Datei

Die Aufnahmen mit ISO 2500 sind direkt aus der Kamera recht gut. Die kamerainterne Schärfung ist wieder sichtbar, ebenso ganz leichte Farbflecken. Auch hier würde ich sagen, dass die Performance der K-7 sehr gut ist. Ich hätte keine Bedenken, ISO 2500 zu verwenden. Bei normalgroßen Abzügen sollte es nicht die geringsten Beanstandungen geben.

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ISO 3200 Gesamtansicht
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ISO 3200 100% Crop – direkt aus der Kamera
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ISO 3200 100% Crop – bearbeitete Raw-Datei

Bei ISO 3200 zahlt sich die manuelle Nachbearbeitung der Raw-Datei aus. Man kann so einfach das Verhältnis von Detailschärfe und Rauschunterdrückung feiner kontrollieren. Der Crop der Raw-Datei ist wie gesagt gänzlich ungeschärft. Unschön ist vor allem das aufkommende Farbrauschen, welches aber kein Problem für die Bildbearbeitung darstellt.

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ISO 5000 Gesamtansicht
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ISO 5000 100% Crop – direkt aus der Kamera
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ISO 5000 100% Crop – bearbeitete Raw-Datei

Bei ISO 5000 beginnt die kamerainterne Bildverarbeitung zu straucheln. Hier scheint die Detailschärfe nicht mehr nur durch die Rauschunterdrückung zu leiden, sondern sogar durch die Nachschärfung. Die Bearbeitung der Raw-Datei führt zu einem deutlich saubereren Ergebnis. Die Farbe beginnt ins Gelbliche zu kippen.

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ISO 6400 Gesamtansicht
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ISO 6400 100% Crop – direkt aus der Kamera
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ISO 6400 100% Crop – bearbeitete Raw-Datei

ISO 6400 ist direkt aus der Kamera nur noch eingeschränkt zu gebrauchen. Nicht nur, dass Details verloren gehen – das Bild wird zudem mit blauen Farbflecken gesprenkelt, und auch der Gelbstich wird nun ziemlich fleckig. Letzteres ist auch in der Raw-Datei deutlich zu sehen. Der Gesamteindruck des Bildes ist aber noch in Ordnung. Mit etwas mehr Feinarbeit lassen sich sicherlich noch brauchbare Resultate erzielen.

Das leitet auch schon zu meinem Fazit über. Ich habe an der High-ISO-Performance der Pentax K-7 nicht viel zu kritisieren. Der Bereich bis ISO 2500 ist aus meiner Sicht ohne Einschränkung nutzbar, darüber ist eine manuelle Bearbeitung der Bilddateien sehr empfehlenswert, um eine akzeptable Bildqualität zu gewährleisten. Dabei stellt sich vor allem das Farbrauschen in Verbindung mit Farbverschiebungen als Problem heraus, welches spätestens ab ISO 5000 nicht mehr vollständig zu bereinigen ist. Andererseits muss man hervorheben, dass die Auflösung selbst bei ISO 6400 noch recht hoch ist. Das kann man vor allem an den ungeschärften 100% Ausschnitten der Raw-Dateien erkennen.

Es gibt ganz sicher einige Kameras mit gleicher Sensorgröße (APS-C), welche die Rauschproblematik kameraintern etwas geschmeidiger lösen, da wirken die Dateien der K-7 manchmal etwas rau, aber eben detailfreudig. Bei einer Kamera, deren Output bis ISO 2500 tadellos ist, kann man dennoch nicht von einem Problem mit hohen Empfindlichkeiten sprechen, selbst wenn andere (z.B. auch der Nachfolger aus eigenem Hause, die K-5) die Extreme besser beherrschen. Gerade wenn man den gegenwärtigen Marktpreis in Betracht zieht, ist die Pentax K-7 eine klare Empfehlung. Was man beim Gehäuse spart, könnte man sehr wohl in eines der hochwertigen Limited Objektive investieren – davon werden mit Sicherheit mehr Fotos profitieren als von einer besseren Performance bei ISO 6400.

Was hier noch fehlt, ist der direkte Vergleich mit dem Rauschverhalten anderer Kameras. Wie weiter oben bereits angedeutet, werde ich mich in einem späteren Artikel damit befassen. Natürlich darf man nicht erwarten, dass die K-7 einer Nikon D700 in dieser Hinsicht das Wasser reichen kann, aber es könnte interessant sein, die Abstände unterschiedlicher Sensorgrößen einmal genauer abzuschätzen.

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