One Shot: Swantjes Lomo – unverhofft

Beim Durchsehen der Fotos, die meine fünfjährige Tochter im Laufe der Zeit so anhäuft, bin ich über eines gestolpert, das dermaßen eklatant mit allen fotografischen Erwartungen bricht, dass es mich aus meinem drohenden Dornröschenschlaf riss – ich muss es hier veröffentlichen, gerade weil es nicht im geringsten um die Aufmerksamkeit des Betrachters buhlt.

swantjes_lomo_miko

Das Bild entstand mit der kleinen Panasonic FX150, die immerhin so gut ist, technisch einwandfreie Bilder zu produzieren, wenn man es drauf anlegt, wie zum Beispiel bei diesem Foto.

Aber meine Tochter war so frei, alles zu vernachlässigen, was zu einem ansprechenden Foto beitragen könnte, und so fotografierte sie eine reflektierende Scheibe im Gegenlicht, welches die zu erahnende Gartenlandschaft in einen irrealen Dämmerzustand taucht und bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es gibt weder Vorder- noch Hintergrund, weder hell noch dunkel, es gibt überhaupt keine Farben mehr, keine Konturen, wirklich nichts, was nach einem Motiv aussieht.

Ganz ehrlich, ich wäre froh, wenn mir solch ein Foto überhaupt einmal gelänge: gegen alle Regeln, alle Konventionen, gegen alles bessere Wissen – ein Foto, das nicht für sich selbst, sondern zu sich selbst spricht.

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