Kleine Studien in himmelblau – mehr oder weniger

Die letzten Tage gaben endlich einen richtig guten Vorgeschmack auf den nahenden Frühling: milde Temperaturen bei strahlend blauem Himmel. Da macht nicht nur das Fotografieren wieder Spaß, sondern man kommt auch auf die Idee, eine gute alte Bekannte auszupacken, die ihre Stärken bei solchem Wetter besonders gut entfaltet: die Sigma DP1s.

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Eines meiner Lieblingsmotive: schlicht und kraftvoll.

Ich habe mich bereits in einem ausführlichen Erfahrungsbericht als Fan der kleinen Kompakten mit dem Super-Sensor geoutet, deshalb will ich mich hier gar nicht mehr lange mit technischen Spezifikationen aufhalten. Es macht einfach Spaß, mit dieser schlichten Kamera zu fotografieren, vorausgesetzt, man bringt ein wenig Geduld mit – denn ein Speed King ist ganz und gar nicht. Doch die Qualität der RAW-Dateien (und nur diese) entschädigt für lahmen Autofokus, langatmige Speicherpausen und ein äußerst mäßiges Display.

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Katholische Kirche bei Gegenlicht in den Himmel hinein fotografiert.

Nun hat Sigma sich ja durch die Ankündigung der SD1 auf der letzten Photokina wieder so richtig ins Gespräch gebracht. Zwar war diese Ankündigung zugleich eine Art meuchlerischer Todesstoß für die zu diesem Zeitpunkt gerade erst lieferbare SD15, doch sollte es Sigma wirklich gelingen, die vollmundige Ankündigung innerhalb einer angemessenen Frist in die Tat umzusetzen, könnte dieses Jahr ein regelrechtes Sigma-Jahr werden. Denn ein neuer Foveon-Sensor mit dreifacher Auflösung bei verbessertem Rauschverhalten, gesteigerter Geschwindigkeit in einem professionellen, abgedichteten Spiegelreflexgehäuse und noch dazu bei gleichbleibender Abbildungsqualität – eine solche Kamera könnte den japanischen Objektivspezialisten tatsächlich als feste Größe im DSLR-Markt etablieren.

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Sicherlich kein sehr spektakuläres Motiv, aber die Zeichnung des Himmels fast bei Gegenlicht ist schon sensationell.

Und wenn die Sigma SD1 wirklich kommt, was wird dann aus der SD15? Nun, die wird ja im Moment  bereits zu Einsteigerpreisen verramscht und dürfte somit eine der Kameras mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Unter dem Vorbehalt, dass es sich bei der SD15 keineswegs um ein Einsteigermodell handelt, denn von Ausstattung und Handling her wendet sich die SD15 sicherlich eher an erfahrene Fotografen: keine intelligenten Automatik-Modi, kein Live-View, kein Video, Notwendigkeit der RAW-Entwicklung für optimale Bildqualität – das dürfte fast jeden Spiegelreflex-Einsteiger abschrecken.

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Faultürme des Emscher-Klärwerks.

Was bis zur Einführung der SD1 auf jeden Fall unbestritten bleibt, ist die Qualität der bisherigen Generation des Foveon-Sensors. Farbdarstellung, Dynamikumfang und Pixelschärfe spielen auf höchstem Niveau. Vor allem darf man sich nicht durch die nominelle Auflösungsschwäche des Sensors täuschen lassen. Die vermeintlich knappen 4,7 Megapixel der Sigmas halten durch die Aufzeichnung von drei Farbschichten locker mit weitaus höheren Auflösungen herkömmlicher Sensoren mit. Schlimmstenfalls fehlen einige Reserven zur Ausschnittvergrößerung.

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Bleibt nur zu hoffen, dass Sigma die Vorzüge des neuen Foveon-Sensors hinreichend kommunizieren kann. Überzeugendes Marketing schien bisher kein echtes Hauptanliegen des japanischen Herstellers zu sein. Wie zu hören ist, will man in dieser Hinsicht aktiver werden und demnächst auch in Deutschland eine entsprechende Offensive starten. Man darf gespannt sein, was daraus wird.

 

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Die alte Eiche.

Nun ist in diesem Artikel doch eher über Technik geredet worden als über das Fotografieren selbst. Der Anlass dazu wird hoffentlich bald schon greifbar. Ich denke, es könnte recht spannend werden, die Entwicklung Sigmas in nächster Zeit zu verfolgen.

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Farbenspiele früh am Morgen. Gegenlicht, Blende 4.0, 1/60s bei ISO 400.

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