Neu eingetroffen: Sigma SD15 – ein Hoffnungsschimmer?

Mehr als einmal habe ich bereits meine Begeisterung für Sigmas Foveon-Sensor geäußert: das Konzept, separate Farbschichten für die Aufzeichnung der Bildinformation zu verwenden, führt zu farbstarken, scharfen und prägnanten Fotos mit einer ganz eigenständigen Signatur – dem Foveon-Look, wenn man so will. Trotzdem bleibt die Frage, ob Sigma in der Lage ist, ein konkurrenzfähiges Spiegelreflex-System um diesen Sensor herum aufzubauen.

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Die Sigma SD15 mit 18-200mm Zoomobjektiv.

Aktuell ist die SD15 das einzige Kameramodell dieses Systems. Zwar hat Sigma für dieses Frühjahr bereits das neue Flaggschiff SD1 angekündigt, noch dazu mit Spezifikationen, die man getrost als Traum eines jeden Foveon-Jüngers bezeichnen kann, aber momentan muss sich eben die ganz reale SD15 bewerten lassen. Und ich glaube, so viel kann ich vorab schon sagen: verstecken muss sie sich bestimmt nicht.

Der Einstieg ins Sigma-System wird derzeit durch den regelrechten Abverkaufspreis der im Grunde gerade erst auf dem Markt erschienenen SD15 versüßt. Die Kamera kostete im Set mit dem gewiss nicht schlechten Superzoom DC OS 18-200mm gerade einmal EUR 599,00 – das ist der Preis einer Einsteigerkamera, und mit der SD1 im Nacken mag die SD15 auch als solche erscheinen, doch wird dieses Image der Kamera wohl kaum gerecht.

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Das hier soll kein ausführlicher Testbericht sein. Ich gebe nur meine ersten Eindrücke wieder und verschiebe detailliertere Informationen auf einen späteren Zeitpunkt. Aber ein paar Dinge möchte ich schon anmerken.

Zunächst einmal macht die SD15 auf Anhieb und trotz Kunststoffgehäuse einen sehr soliden, wertigen Eindruck. Sie ist wirklich gut verarbeitet und überzeugt mit einer auffallenden Schlichtheit des Designs. Als nächstes fiel mir das unglaublich leise Auslösegeräusch auf, die extrem gute Spiegeldämpfung. Darüber habe ich bisher in keinem Forum, in keiner Rezension etwas gelesen, aber ich finde das erwähnenswert. Bei den Topmodellen von Pentax, K-7 und K-5, wird immer wieder lobend auf den geringen Geräuschpegel hingewiesen – mir scheint, die SD15 verdient solches Lob in noch größerem Maße: sie löst butterweich und flüsterleise aus.

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Insgesamt wirkt die SD15 vielleicht etwas altmodisch, aber sehr ausgereift. Sie liegt gut in der Hand, lässt sich intuitiv bedienen und reagiert ausreichend flott. Das Menü verfügt über erstaunlich wenige Einstellmöglichkeiten. Im Vergleich zu vergleichbaren Kameras anderer Hersteller wirkt das geradezu spartanisch. Ob das ein Vorteil ist oder ob man hier an Grenzen stößt, wird die Praxis zeigen müssen.

Über das Objektiv dieses Set-Angebots kann ich zunächst nur Äußerlichkeiten mitteilen. Es ist ebenfalls sehr gut verarbeitet, wirkt überhaupt nicht billig. Es arbeitet spielfrei, die Möglichkeit, den Zoomring festzusetzen erscheint zumindest am Anfang übertrieben, denn da ist nichts locker oder lose, im Gegenteil, der Zoomring sitzt sehr straff. Der Autofokus ist etwas laut und nicht übermäßig schnell, aber durchaus treffsicher. Erfreulich ist außerdem der eingebaute Bildstabilisator, der die naturgemäß eher geringe Lichtstärke des Objektivs kompensiert.

Alles in allem ein schönes Spiegelreflex-Set, das Lust auf mehr macht. In den nächsten Tagen werde ich die SD15 ein wenig testen, um zu sehen, ob sie meine durchaus nicht geringen Erwartungen erfüllen kann. Natürlich werde ich hier über meine Erfahrungen berichten und dann auch hoffentlich ein paar nette Fotos zeigen können.


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