Neu eingetroffen: Sigma DP2s – klein aber oho!

Im Moment scheint sich der Mittenkontakt zu einem reinen Sigma-Blog zu entwickeln. Es ist also an der Zeit, einmal klar zusagen, dass diese Website keineswegs von Sigma finanziert oder sonstwie unterstützt wird – obwohl ich das nicht sonderlich schlimm fände, denn mit den Kameras und Objektiven von Sigma bin ich derzeit recht glücklich, und zwar so glücklich, dass ich der DP1s nun eine DP2s zur Seite gestellt habe.

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Die Sigma DP2s: schlicht, schwarz, zeitlos.

Ist das nicht irgendwie doppelt gemoppelt? Was rechtfertigt den Kauf einer DP2s zusätzlich zur DP1s? Nun, ich denke, da kann man einige Argumente aufzählen, die sich mit einem Satz zusammenfassen lassen: die DP2s ist eben die bessere Kamera! Aber das wäre dann vielleicht doch zu einfach und undifferenziert.

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Die Rückseite.

Die Kameras sind sich schon recht ähnlich, das ist offensichtlich. Allerdings muss man auch klar sagen, dass die DP2s in technischer Hinsicht wohl eher mit einer DP1x zu vergleichen ist als mit einer DP1s. Während die DP1s wie eine Übergangslösung wirkt, bei der versucht wurde, bestimmte Mängel auszubessern, ohne eine neue Kamera zu entwerfen, wirkt die DP2s sehr ausgereift und in sich abgeschlossen.

Dem Quickset-Menü der DP2s hat die DP1s noch nichts Vergleichbares entgegenzusetzen. Tatsächlich lassen sich hier auf die Schnelle die wichtigsten Einstellungen sehr komfortabel ändern. Auch die direkte Kontrolle von Verschlusszeit, Blende oder Belichtungskorrektur ist bei der DP2s sehr durchdacht gelöst: kennt man die zuständigen Tasten, werden die manuellen Eingriffe zum Kinderspiel.

Im Gegensatz zur DP1s verfügt die DP2s über den TRUE II Prozessor, dem Sigma einen signifikanten Geschwindigkeits- und Qualitätszuwachs nachsagt – das ist natürlich schwer zu beurteilen. Mein erster Eindruck fällt jedoch zu Gunsten der DP2s aus, die sich tatsächlich schneller anfühlt. Ähnlich ist allerdings der Lärmpegel der beiden Kameras. Beim Ausfahren des Objektivs kann einem schon mal ein Schreck in die Glieder fahren, weil man denkt, die Kamera gibt jetzt den Geist auf, aber auf Dauer gewöhnt man sich daran.

Der bedeutendste Unterschied zwischen DP1s und DP2s ist sicherlich das jeweils verbaute Objektiv. Während die DP1s mit ihrem 4/16,6mm auf Kleinbild umgerechnet etwa einem 28mm Weitwinkel entspricht, ist die DP2s mit 2.8/24,2 – also umgerechnet etwa 41mm – lichtstärker und vom Blickwinkel her moderater. Damit entspricht die DP21 ziemlich exakt meiner geliebten Canon Canonet QL17 GIII, deren 1.7/40mm Objektiv zum Besten zählt, was je in einer – damals natürlich analogen – Kompaktkamera verbaut wurde.

Und auch die Linse der DP2s genießt einen inzwischen fast schon legendären Ruf. Ohne das hier schon vertiefen zu wollen, kann ich der DP2s gegenüber der DP1s jedenfalls eine größere Vielseitigkeit bescheinigen. Mit einer 41mm Optik kann man durchaus weite Perspektiven abbilden, man kann aber auch intimer werden, ohne ein Motiv allzu sehr zu verzerren. So sind mit der DP2s problemlos auch Portraits möglich.

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Blende 2.8, 1/125s bei ISO 400.
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Blende 2.8, 1/250s bei ISO 100.
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Blende 2.8, 1/40s bei ISO 100.

Außerdem ermöglicht das Objektiv der DP2s ein viel intensiveres Spiel mit Unschärfen – Dank sei der größeren Anfangsöffnung.

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Blende 2.8, 1/500s bei ISO 200.
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Blende 2.8, 1/100s bei ISO 50.
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Blende 2.8, 1/320s bei ISO 100.

Ob der gegenüber der DP1s (ISO 800) erweiterte Empfindlichkeitsbereich der DP2s bis ISO 3200 wirklich brauchbar ist, wird inZukunft noch zu testen sein – imerhin, es gibt ihn.

Jedenfalls begeistert mich die DP2s auf Anhieb, und ich freue mich schon sehr darauf, mit ihr durch die Gegend zu streifen oder sie mit anderen Kameras zu vergleichen.

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Direkt in die Morgensonne hinein – kein Geschenk für eine Kamera. Blende 5.0, 1/320s, Belichtungskorrektur +1 bei ISO 100.

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