Neu eingetroffen: Sigma EX 3.5/180 APO Macro DG

Die Sigma SD15 gefällt mir bereits im Zusammenspiel mit dem Superzoom DC 18-200 OS sehr gut, zumal das Objektiv wirklich meine Erwartungen deutlich übertroffen hat. Dennoch habe ich mich entschieden weitere Objektive für das Sigma-System anzuschaffen, denn die Gelegenheit ist günstig. Auslaufmodelle sind derzeit zu Preisen erhältlich, die Lust auf mehr machen. So auch das exzellente EX 3.5/180 APO Macro DG.

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So weit ich weiß, ist das Objektiv im aktuellen Katalog von Sigma nicht mehr gelistet. Während andere Auslaufmodelle durch neuere Versionen mit eingebautem Bildstabilisator ersetzt werden, gehe ich davon aus, dass das 180er nicht neu aufgelegt sondern mehr oder weniger durch das lichtstärkere und kompaktere 2.8/150er Macro abgelöst wird. Das bedeutet aber keineswegs, dass das 180er ein weniger gutes Objektiv wäre – erst recht, wenn man es nagelneu für weniger als EUR 300,00 bekommen kann.

Die Brennweite von 180mm ist in letzter Zeit ein wenig aus der Mode gekommen. Wenn man bedenkt, dass das aktuelle 2.8/70-200 Zoom von Sigma bei besserer Lichtstärke nicht nur im Telebereich flexibler ist, sondern immerhin auch noch im Macrobereich einen Abbildungsmaßstab von 1:3.5 ermöglicht, wirkt eine 180mm Festbrennweite aber auch leicht obsolet.

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Die Hauptanwendung des 180er Macro: Insekten, die einen gewissen Mindestabstand einfordern. Blende 8, 1/1000s bei ISO 400.

Wie dem auch sei, das Sigma 3.5/180 Macro ist in jedem Fall ein exzellent verarbeitetes Spitzenobjektiv, das einen Abbildungsmaßstab von 1:1 bei einer Naheinstellgrenze von 46cm erlaubt. Es liefert hervorragende Ergebnisse sowohl im Nahbereich als auch im Telebereich. Der eingebaute Ultraschallmotor sorgt für annähernd lautloses Fokussieren, allerdings sollte man sich keinen übermäßigen Geschwindigkeitszuwachs versprechen. Wie bei Macroobjektiven üblich, wird zwischen der Naheinstellgrenze und unendlich ein enormer Bereich durchlaufen – da ist der schaltbare Fokus-Limiter eine angenehme Sache, weil er die Begrenzung entweder auf den Nahbereich (46-61cm) oder auf den Fernbereich (61cm bis unendlich) ermöglicht.

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Sehr scharf auch schon bei Offenblende: Blende 3.5, 1/320s bei ISO 400.

Grundsätzlich ist man mit einem 180er Macro im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch aus der Hand, also ohne Stativ, zu fotografieren ist, zumal das 180er mit 945g Gewicht ein ordentlicher Brocken ist – nicht umsonst verfügt das Objektiv über eine integrierte Stativschelle. Unter Umständen ist es angebracht, mit höheren Empfindlichkeiten zu arbeiten, um die Verschlusszeit ausreichend kurz zu halten. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Offenblende der Schärfebereich in der Regel zu knapp ausfällt, sodass man abblenden muss, um ein Motiv komplett scharf abzubilden.

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Fast schon abstrakt: Blaukissen-Blüten. Blende 3.5, 1/400s bei ISO 800.

Übrigens wusste ich sehr genau, welches Objektiv ich da erwerbe, denn vor einigen Jahren habe ich es schon einmal in einer Version mit Nikon-Anschluss besessen, damals noch in der älteren Ausgabe ohne DG und gebraucht gekauft zu einem deutlich höheren Preis als jetzt neu. Die Zeiten ändern sich – Qualität bleibt.

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Blende 5, 1/1600s bei ISO 200.

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