Ein kurzer Besuch im Duisburger Zoo

Schönes Wetter, Osterferien, Langeweile – da drängt sich mal wieder ein Besuch im Duisburger Zoo auf. Eine bessere Gelegenheit, das Sigma 2.8/70-200 in der Praxis einzusetzen, wird es wohl auch nicht so schnell geben. Also ran an die SD15, rein ins Auto und ab nach Duisburg. Natürlich war ich sehr gespannt, ob und wie sich diese Kombination von Kamera und Objektiv im Umgang mit wilden Tieren bewährt.

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Blende 3, 1/500s bei ISO 400.

So vielseitig ein 70-200mm Zoomobjektiv auch ist, es bleibt noch immer ein Kompromiss. Am langen Ende ist es mitunter zu kurz, am kurzen Ende wiederum zu lang. Bei dem Bild des Tigers passte es zum Glück haargenau. Nicht nur, dass der Tiger sich überhaupt zeigte, er schenkte mir auch seine Aufmerksamkeit: ein sehr intimes Foto mit perfekter Schärfe.

Eine der Hauptattraktionen des Duisburger Zoos ist sicherlich das Delfinarium. Unabhängig davon, wie man zur Dressur von Tieren im allgemeinen und von Delfinen im besonderen steht, ist die Vorführung der verspielten Meeressäuger zumindest beeindruckend – und sicherlich eine Herausforderung für die Kamera.

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Blende 4.5, 1/320s bei ISO 400.

Würde der Autofokus der SD15 schnell genug sein, die rasanten Bewegungen und irrwitzigen Sprünge der Delfine einzufangen? Hier haben wir so einen Fall, wo die 70mm Anfangsbrennweite des Objektivs bei Crop-Faktor 1,7 der SD15 fast zu lang ist, da man nie genau weiß, an welcher Stelle des Wassers die Delfine auftauchen, in welche Richtung sie springen usw. Der Autofokus jedenfalls leistete gute Arbeit,wenn auch nicht ohne Ausschuss.

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Blende 4.5, 1/250s bei ISO 400. Brennweite: 70mm.
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Blende 4.5, 1/320s bei ISO 400. Brennweite: 200mm.

Zum Glück sind nicht alle Tiere dermaßen agil. Dafür sind sie dann allerdings unter schwierigsten Lichtbedingungen zu fotografieren, wie z.B. das Faultier auf dem nächsten Bild.

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Blende 2.8, 1/800s bei ISO 400. Da darf man ruhig den Kopf schütteln: 1/800s, um die Bewegung eines Faultiers einzufrieren? Da war ich wohl mit anderen Dingen beschäftigt.

Manch einer hat wirklich die Ruhe weg, was aber nicht immer nur entspannt, sondern manchmal eher resigniert wirkt – wie bei den Gorillas: alt und jung.

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Blende 4, 1/320s bei ISO 200.
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Blende 2.8, 1/500s bei ISO 400.

Die möglichst kurzen Verschlusszeiten sind meiner Sorge geschuldet, die Aufnahmen zu verwackeln, schließlich stemmt man mit der Kombination von SD15 und 2.8/70-200 Zoom etwa 2kg – da wird das Warten auf den richtigen Moment recht lang und bisweilen zittrig. Dem sind einige schöne Fotos zum Opfer gefallen, doch das sind in der Regel Anwenderfehler – das kommt eben davon, wenn man zu bequem ist, ein Stativ mitzubringen.

Das Sigma 2.8/70-200 ist jedenfalls ein Spitzenobjektiv mit einer sehr guten Abbildungsleistung sowie einem schnellen und sicheren Autofokus. Die Anfangsblende von 2.8 über den gesamten Brennweitenbereich ist ein Segen, zumal sie wirklich gut brauchbar ist. Das Bokeh gefällt mir ausgezeichnet. Es gibt einfach nichts, was ich an diesem Objektiv auszusetzen hätte, zumal auch die Verarbeitungsqualität über jeden Zweifel erhaben ist – mit Sicherheit eines der besten Objektive im umfangreichen Sigma Katalog.

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Schneller Autofokus: Graureiher im Flug – Blende 4, 1/640s bei ISO 100.
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Verträumter Storch – Blende 2.8, 1/800s bei ISO 100.
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Aufgeblasener Pfau – Blende 2.8, 1/250s bei ISO 200.
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Marabu – Blende 4, 1/320s bei ISO 200
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Meine Tocher – Blende 2.8, 1/250s bei ISO 200. Wunderschöne Hauttöne, entwickelt übrigens mit Silkypix, weil mir Photo Pro in diesem Fall zu grob vorging.

Die SD15 neigt recht deutlich zur Überbelichtung, zumindest in der Farbeinstellung Standard. Deshalb habe ich von vornherein bei allen Fotos die Farbeinstellung Neutral gewählt, was den Kontrast und die Sättigung etwas mindert, und die Belichtung leicht nach unten korrigiert. Kontrast und Sättigung habe ich dann bei der Verarbeitung der RAW-Dateien (meist mit Sigma Photo Pro) im Bedarfsfall nachreguliert. Ob das die ideale Vorgehensweise ist, weiß ich nicht, da muss ich mal in Ruhe verschiedene Einstellungen testen. Mit den Bildergebnissen bin ich aber insgesamt sehr zufrieden.

Trotzdem ist die Tendenz zur Überbelichtung im Standardmodus etwas ärgerlich, gerade auch im Zusammenspiel mit dem SPP 4.2.2 RAW-Konverter. Der hellt nämlich bei automatischer Korrektur die ohnehin schon zu hellen Stellen im Bild nochmals bis zur völligen Unbrauchbarkeit auf. Was soll das sein? Hat Sigma hier etwa geschlampt? Mit meiner DP2s komme ich mit der Kombination von Standardmodus und Anpassungsautomatik in Spp4.2.2 nahezu immer zu sehr gut ausbalancierten Bildergebnissen, mit der SD15 dagegen ist das nicht möglich, außer vielleicht mit eher kontrastarmen Szenen, die eh nicht problematisch sind. Hier hoffe ich auf ein Update der Firmware, welches diese wenig befriedigende Abstimmung der Kamera verbessert.

Wo wir schon bei Problemen sind – neulich habe ich in einem einschlägigen Forum die Frage gelesen, ob denn die SD15 für den Tierpark geeignet wäre. Ich denke, die Frage kann ich an dieser Stelle ohne Einschränkung bejahen. Manchmal wünscht man sich vielleicht mehr Geschwindigkeit, in anderen Situationen eine höhere Empfindlichkeit (ich bin bewusst nur bis ISO 400 gegangen) – aber entscheidend ist doch, dass man nie das Gefühl hat, die SD15 stehe einem guten Foto im Weg. Eine Kamera, die wirklich aus jeder Situation das Beste macht, gibt es einfach nicht, und vieles von dem, was die SD15 kann, macht sie sehr gut.

Abschließend noch einige Fotos ohne weitere Kommentare, denn eigentlich war es nur ein gewöhnlicher Familienausflug und die fotografische Dokumentation nichts als ein netter Nebeneffekt.

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