Olympus E-P1 versus Sigma DP2s – Teil 1: JPEG

Sowohl die Olympus E-P1 als auch die Sigma DP2s haben den Anspruch, die Bildqualität eines großen Sensors, wie er in Spiegelreflexkameras verbaut wird, mit der Kompaktheit eines relativ kleinen Kameragehäuses zu kombinieren. Allerdings ist der Ansatz verschieden. Während Olympus ein ganzes System mit Wechselobjektiven bietet, setzt Sigma auf die unteilbare Einheit von Gehäuse und Objektiv.

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Olympus E-P1 und Sigma DP2s.

Vielleicht bedienen die beiden Kameras also jeweils unterschiedliche Zielgruppen. Während die Olympus E-P1 durchaus mit der Flexibilität einer Spiegelreflexkamera liebäugelt, konzentriert sich die Sigma DP2s im puristischen Gehäuse einzig und allein auf Bildqualität. Die E-P1 könnte ein Spiegelreflex-System mit wenigen Einschränkungen durchaus ersetzen, wogegen die DP2s sich eher als Zweitkamera und Ergänzung zur SLR-Ausrüstung empfiehlt.

Schön sind sie beide, jede auf ihre Art: die E-P1 mit ihrem eher verspielten Retro-Look, die DP2s mit ihrer reduzierten Schlichtheit. Auf die technischen Spezifikationen der Kameras möchte ich nicht ausführlich eingehen. Im Vergleich zur Olympus mit Bildstabilisator, Art Filter, HD-Video usw. ist die Sigma geradezu spartanisch ausgestattet. Aber ist mehr auch besser? Oder ist weniger mehr? Wir werden sehen.

Eingefleischte Sigmarianer werden allerdings von vornherein die Nase rümpfen. Will da jemand ernsthaft die legendär schwache JPEG-Engine von Sigma gegen eine der besten auf dem Markt antreten lassen? Ja, warum denn nicht? Olympus genießt einen hervorragenden Ruf, wenn es um fertige Bilder direkt aus der Kamera geht: herrliche Farben, natürliche Schärfung und effektive Rauschunterdrückung.

Dagegen ist Sigmas Ruf, was fertige JPEGs aus der Kamera betrifft, eine Katastrophe. Wer mit Sigma fotografiert, tut dies, um RAW-Dateien zu bearbeiten. Andererseits gibt es eben auch bei Sigma die Option, Bilder direkt als JPEGs zu speichern, und unabhängig davon, ob man auf diese Weise das Beste aus seiner Sigma herausholt – mich interessierte einfach mal der Vergleich. Man hört viel Gezeter und Gejammer, aber aussagekräftige Bildbeispiele findet man eher selten. Und darum genau soll es hier gehen.

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DP2s: Blende 5.6, 1/800s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 8, 1/500s bei ISO 200.

Zunächst noch etwas zu den technischen Voraussetzung. Ich habe mich bemüht, mit beiden Kameras unter etwa gleichen Bedingungen zu fotografieren. Ausgangspunkt ist eine Empfindlichkeit von ISO 200. Die habe ich gewählt, weil dies bei Olympus als Basiswert gilt. Bei der DP2s wäre das eigentlich ISO 100, aber auf Grund der bei der E-P1 eingeschränkten Dynamik bei ISO 100 erschien mir eine einheitliche Empfindlichkeit von ISO 200 gerechter.

Um in etwa mit dem fest eingebauten Objektiv der DP2s vergleichbar zu sein, kam bei der E-P1 das 2.8/17 Pancake zum Einsatz, das am µ4/3-Sensor 34mm Kleinbild-Brennweite entspricht. Mit diesem Objektiv liegt die E-P1 ziemlich genau zwischen DP1 und DP2 (28 bzw. 41mm Kleinbild). Hier gab die gleiche Anfangsblende 2.8 der DP2 den Ausschlag.

Fotografiert wurde grundsätzlich mit Zeitautomatik bei Spotmessung, d.h. ich wählte für beide Kameras die gleiche Blendenöffnung und versuchte bei der Belichtungsmessung möglichst punktgenau vorzugehen. Die Belichtung habe ich prinzipiell immer um 1/3 Blende nach unten korrigiert. Die JPEGs aus der Kamera wurden in keiner Weise bearbeitet, sondern nur auf das hier übliche Maß verkleinert. Die Bilder der E-P1 musste ich wegen des Auflösungsunterschieds außerdem für die Bildausschnitte im direkten Vergleich runterskalieren, um in etwa den gleichen Abbildungsmaßstab zu erzielen.

Die beiden Bilder oben waren die ersten der Reihe, das erklärt wohl auch, warum ich bei der Blendenwahl etwas nachlässig war – das sollte aber keine der beiden Kameras benachteiligen. Zunächst fällt auf, dass die Fotos recht ähnlich sind. Ziemlich ähnliche Belichtung der kontrastreichen Szene, die E-P1 mit leicht wärmerer Farbgebung. Sehen wir uns dazu einen Ausschnitt an (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

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Hier wird zweierlei deutlich. Das  Bild der DP2s ist auf jeden Fall schärfer, löst womöglich sogar besser auf (gut zu sehen an dem Kabel auf der angestrahlten Seite des Turms: das Kabel und sein Schatten sind sichtbar getrennt). Betrachtet man außerdem den Himmel, fällt bei der E-P1 ziemlich starkes Rauschen auf. Das ist bei der DP2s weitaus homogener wiedergegeben.

Es sei daran erinnert, dass die E-P1 eine Auflösung von etwa 12 Megapixel in die Waagschale wirft, wogegen die DP2s faktisch nur 4,7 MP für sich reklamieren kann – auch wenn Sigma aus den drei Schichten des Foveon Sensor immer wieder rechnerische 14 MP macht. Die Rauschunterdrückung der E-P1 war bei allen Bildern auf den Standardwert eingestellt (bei der DP2s gibt es dafür keine Einstellungsmöglichkeit).

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DP2s: Blende 4, 1/80s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 4, 1/100s bei ISO 200.

Hier trumpft die E-P1 mit etwas kräftigeren Farben, vor allem mit einem sehr kräftigen Grün auf. Ich denke, das ist sehr gefällig. Die DP2s hält sich dagegen etwas bedeckt. Und auch die Gegenüberstellung eines Ausschnitts zeigt, dass die E-P1 hier die Nase vorn hat.

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Das Foto der E-P1 wirkt klarer, etwas schärfer. Mag sein, dass bei der Aufnahme der DP2s eine leichte Verwacklungsunschärfe mit im Spiel ist. In unbequemer Hocke ist 1/80s (im Gegensatz zu 1/100s + Stabilisierung bei Olympus) nicht gerade sicher. Und auch die geringere Schärfentiefe der DP2s wegen des etwas größeren Sensors und der etwas größeren Brennweite (41mm) soll nicht unerwähnt bleiben (Ecke oben rechts). Insgesamt aber ein Vorteil für die E-P1.

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DP2s: Blende 4, 1/800s bei ISO 200.
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E-P1: Blende4, 1/640s bei ISO 200.

Wieder einmal schwierige Lichtverhältnisse für die Kameras. Hier belichtet die E-P1 etwas heller, die Grüntöne sind wieder kräftiger als bei der DP2s, deren Foto wiederum einen sehr ausgewogenen Gesamteindruck macht.

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Hier kann man keinen echten Vorteil für eine der beiden Kameras erkennen. Die etwas gelbliche Farbgebung der E-P1 ist Geschmackssache, die DP2s wirkt da realistischer. Aber das sind lediglich Nuancen.

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DP2s: Blende 8, 1/800s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 8, 1/800s bei ISO 200.

Auch hier kein dramatischer Unterschied. Exakt gleiche Belichtung, dennoch wirkt das Bild der DP2s geringfügig dunkler und eben auch neutraler. Eine gute Leistung von beiden Kameras.

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DP2s: Blende 2.8, 1/320s bei ISO 200.
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E-P1, Blende 2.8, 1/250s bei ISO 200.

Der minimale Unterschied bei diesem Bild lässt sich gut durch die abweichende Belichtung erklären. Die DP2s belichtet hier etwas knapper. Das Rot des Wagens kommt bei der DP2s etwas kräftiger – aber das ist auch schon alles, was man sagen kann.

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DP2s: Blende 2.8, 1/250s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 2.8, 1/400s bei ISO 200.

Diese Szene am Wasser ist natürlich ein äußerst anspruchsvolles Motiv mit heftigen Kontrasten. Der Fokus liegt hier jeweils auf dem Felsen links im Vordergrund. Das führt bei der DP2s mit Blende 2.8 zu einer leichten Unschärfe des Hintergrunds. Bei beiden Kameras gehen die hellen Bereiche in reines Weiß über, und dies, obwohl die E-P1 hier fast eine komplette Blendenstufe knapper belichtet als die DP2s. Allerdings bleiben bei der E-P1 die kräftigen Farben weitgehend erhalten, weshalb das Bild insgesamt angenehmer wirkt.

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DP2s: Blende 5.6, 1/800s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 5.6, 1/640s bei ISO 200.

Auch hier ein kontrastreiches Motiv: die helle Laterne vor dem schattigen Hintergrund. Der Spot für die Belichtungsmessung lag auf der Laterne, jedoch könnte man den sichtbaren Helligkeitsunterschied der Kameras noch immer damit erklären, dass ich mit der E-P1 einen geringfügig dunkleren Bereich der Laterne gemessen habe. Dadurch ist der Hintergrund etwas heller, während die angestrahlten Bereiche des Hauptmotivs etwas zu stark belichtet werden.

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Dieser Unterschied ist in dem Ausschnitt sehr schön zu sehen. Obwohl es auf den ersten Blick keineswegs dramatisch wirkt, geht bei der E-P1 (rechts) einiges an Zeichnung verloren. Das Ergebnis der DP2s würde ich in Bezug auf das Hauptmotiv als perfekt bezeichnen, nur der dunkle Hintergrund bleibt weitgehend ohne Zeichnung.

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DP2s: Blende 2.8, 1/250s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 2.8, 1/200s bei ISO 200.

Hier wird es interessant. Der Belichtungsunterschied beider Kameras ist bei dem Motiv oben vernachlässigbar gering, dennoch bereitet der helle Bereich links oben im Bild der E-P1 größere Probleme. Der Belichtungspunkt liegt bei beiden Kameras im Schatten, trotzdem schafft es die DP2s, den überbelichteten Bereich wenigstens mit kräftigen Farben wiederzugeben, wogegen die E-P1 an diesem Punkt kapituliert.

Abschließend noch ein Beispiel, bei dem die unterschiedliche Belichtungscharakteristik der beiden Kameras erneut zum Tragen kommt.

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DP2s: Blende 2.8, 1/125s bei ISO 200.
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E-P1: Blende 2.8, 1/80s bei ISO 200.

Im Gesamteindruck wirkt das Bild der E-P1 etwas zu hell, das Bild der DP2s dagegen eher zu dunkel. Ich würde sagen, beide Kameras haben Recht, sie gehen nur anders an die Sache heran.

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Bei der E-P1 ist das Hauptmotiv nur minimal überbelichtet, wirkt dadurch aber etwas zu blass. Bei der DP2s dagegen sind die Schattenpartien ein wenig dunkel, allerdings punktet die DP2s mit einer erstaunlichen Konturenschärfe, die das Hauptmotiv viel klarer vom Hintergrund abhebt, als das bei der E-P1 der Fall ist. Ob dies nun an einer womöglich besseren Abbildungsleistung des Objektivs bei Offenblende, an der geringeren Schärfentiefe, am Sensor oder nur an der Belichtung liegt, möchte ich nicht entscheiden.

Viel lieber gehe ich zu einem Gesamtfazit dieses Vergleichs der Sigma Dp2s mit der Olympus E-P1 über. Zu diesem Zweck sei noch einmal daran erinnert, dass hier ausschließlich Fotos, so wie sie von den Kameras fertig ausgespuckt werden, miteinander verglichen wurden. Schenkt man der herrschenden Meinung Glauben, ist dies ein klarer Nachteil der DP2s, denn die kamerainterne JPEG-Verarbeitung bei Sigma gilt als sehr bescheiden. Olympus wiederum steht in dem Ruf, gerade bei der JPEG-Verarbeitung hervorragende Arbeit zu leisten.

Nun, diese Einschätzung hat sich im Verlauf dieses Vergleichs deutlich relativiert. Mein Eindruck ist vielmehr, dass die Sigma DP2s gerade in diesem Punkt, der ihre vermeintliche Schwachstelle ist, mit der Olympus E-P1 mithalten kann. Ich sehe in dieser Hinsicht wirklich keinen nennenswerten Vorteil der E-P1.

Der ganze Vergleich erschien mir eher wie ein Rennen Kopf an Kopf, bei dem mal der eine, mal der andere Mitbewerber die Nase vorn hat. Ein klarer Sieger lässt sich meiner Meinung nach nicht ermitteln. Wo es zu Abweichungen gekommen ist, könnte man vermutlich mit kameraspezifischen Feineinstellungen Abhilfe schaffen. Beispielsweise könnte man dem Hang der E-P1, Helligkeitsbereiche zu sehr auslaufen zu lassen, durch eine zusätzliche Belichtungskorrektur begegnen (-2/3 statt -1/3). Bei der DP2s wiederum erwies sich die Vorsichtsmaßnahme der generellen Belichtungskorrektur von -1/3  als überflüssig. Das geflügelte Wort vom Foveon-Sensor, der das Licht liebt wie kein anderer, scheint sich hier zu bewahrheiten.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass das Fotografieren mit beiden Kameras großen Spaß gemacht hat. Beide gehören nicht zu den schnellsten Kameras  ihrer Klasse, bremsen einen aber auch nicht aus. Beide fühlen sich sehr wertig an, die E-P1 sogar ein wenig wuchtig wegen ihres größeren Gewichts.

Die DP2s ist etwas unauffälliger, zunächst durch das dezent schwarze Gehäuse und den Verzicht auf dekorative Elemente – hier wirkt der selbstbewusste Retro-Style der E-P1 geradezu als Blickfang. Die E-P1 ist aber auch lauter. Während die DP2s lautlos auslöst, krönt die E-P1 jedes Auslösen mit einem sehr satten Verschlussgeräusch. Ich kann mich täuschen, aber mir schien, dass die Erschütterung durch den Verschluss spürbar war.

Wie dem auch sei, unterm Strich bleibt festzuhalten, dass sich hier keine der beiden Kameras eine Blöße gegeben hat. Das 17mm Pancake von Olympus reicht eventuell nicht ganz an die Schärfe des Sigma Objektivs heran, der Unterschied ist aber in den seltensten Fällen überhaupt sichtbar.

Was nun natürlich noch zu tun bleibt, ist der Vergleich der RAW-Dateien. Hier kann sich an dem recht anspruchsvollen Bildmaterial zeigen, welcher Sensor die größeren Reserven hat. In diesem Punkt sagt man ja gerade dem Foveon Sensor Sigmas einige Qualitäten nach. Wir werden sehen.


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5 thoughts on “Olympus E-P1 versus Sigma DP2s – Teil 1: JPEG

  1. interessanter vergleich. besonders toll finde ich, dass du dir so viele mühe gemacht hast, eigene vergleichsbilder zu machen.

  2. MGH

    Ein ausgesprochen interessanter Vergleich. Ich besitze eine Pen EP-L 1 mit der ich zufrieden bin… das Kit-Objektiv 14-42 mag zwar für’n Kit-Objektiv ganz O.K. sein (die E-Mount’s von Sony für die NEX sind etwas schwächer, was ich aus eigener Erfahrung weiss), insgesamt ist’s aber doch wieder nur Durchschnitt. Einige mit Novoflex adaptierte alte Canon FD Linsen (Festbrennweiten) liefern mir mitunter bessere Ergebnisse… wobei das manuelle Scharfstellen auch nicht immer und überall so toll ist. Für höherere Ansprüche habe ich mir im Februar noch das Voigtländer 25 mft Objektiv gegönnt, das allerdings ebenfalls vollmanuell zu bedienen ist (und dazu nicht gerade klein und leicht, verglichen zur Kit-Linse). Die DP 2s wird momentan bei Amazon für etwas mehr als 300,– Euro angeboten, ein wahres Schnäppchen wie mir scheint, bei dem man schwach werden könnte…. doch wahrscheinlich hätte ich dann eben auch’ne Kamera erworben, die sich von der bereits vorhandenen nur unwesentlich unterscheidet…. und ob das Sinn macht?

  3. Marco Schwinning

    Grundsätzlich rate ich natürlich jedem, erst einmal das Beste aus dem vorhandenen Equipment herauszukitzeln. Eine neue Kamera vollbringt schließlich auch keine Wunder. Und gerade bei der DP2s besteht die Gefahr, dass es zwischen Fotograf und Kamera nicht so recht funkt, denn sie ist relativ langsam und außerdem eher spartanisch ausgestattet – sie wirkt nicht wirklich wie eine moderne Kamera.

    Andererseits vermag die DP2s eine traumhafte Bildqualität abzuliefern. Das Objektiv ist absolute Spitzenklasse, und der Foveon Sensor hat (neben einigen Nachteilen) eben auch seine Vorzüge. Bei diesem Vergleich der beiden Kameras muss man wirklich bedenken, dass ich die DP2s in ihrer schwächsten Disziplin gegen die E-P1 in ihrer stärksten Disziplin habe antreten lassen (noch dazu bei ISO 200, was ebenfalls die E-P1 begünstigt haben dürfte): JPEGs out of the camera. Ich war selbst überrascht, wie gut die DP2s da mithalten kann.

    In Kürze werde ich hier noch den ausstehenden Vergleich zwischen E-P1 und DP2s bezüglich des RAW-Formats veröffentlichen, und ohne Einzelheiten vorwegzunehmen, ist schon jetzt absehbar, dass die DP2s der E-P1 in dieser Disziplin die Schuhe auszieht. Die E-P1 liefert sehr gute RAW-Dateien, aber die DP2s setzt da insbesondere hinsichtlich des Dynamikumfangs noch eins drauf.

    Ob dies allerdings genügt, um einen wesentlichen Unterschied zu begründen – da muss man schon äußerst anspruchsvoll sein. Ich selbst wäre auch nur mit der E-P1 und dem 17mm Pancake glücklich (ok, das ist natürlich winzig, verfügt über Autofokus und sieht an der E-P1 wunderschön aus – nur mit dem Freistellen von Motiven stößt man an Grenzen). Die Farbabstimmung, die Auflösung, die ganze Bildanmutung: das stimmt bei Olympus einfach, da gibt es nichts dran zu knabbern. Hinzu kommt sogar die Ausbaufähigkeit des µ4/3-Systems. Da soll ja nun im Juni einiges auf uns zukommen, sowohl von Olympus als auch von Panasonic (hier sei nur die erwartete 25mm Leica Optik genannt).

    Wer bereits das Voigtländer 25mm für MFT besitzt, empfindet die gegenwärtigen Preise der DP2s naturgemäß als Schnäppchen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die Preise noch weiter fallen, wenn die DP2x auf dem Markt erscheint. Über ein bekanntes Online-Auktionshaus bekommt man die DP2s ja auch jetzt schon neu unter EUR 300,00. So oder so, es lohnt sich vielleicht abzuwarten, was der Juni so bringt.

    Gruß, Marco

  4. Marc

    Sie hätten die Sigma mit ISO 50 und auch im direkten pro-Bild-Vergleich mit ISO 100 betreiben sollen. Bei ISO 200 ist das Rot-Rauschen der DP2s (ich habe selber eine) schon erhöht gegenüber dem gewöhnlichen APS-C-Bayer-IP-Sensor. Ich gestatte mir als leidenschaftlicher Anwender der DP2s daher, Ihren Vergleich vor diesem Hintergrund als tendenziell unqualifziert zu betrachten. Wenn Sie die ISO 50 und ISO 100-Aufnahmen nachreichen, bzw. einen neuen Vergleich mit diesen Einstellungen machen, schicken Sie mir eine E-Mail, damit ich mir diesen ebenfalls zu Gemüte führen kann. Danke!

  5. Marco Schwinning

    Da haben Sie grundsätzlich natürlich Recht: ISO 200 stellen für die DP2s keineswegs das Optimum dar. Ich habe aber in der Einleitung erklärt, warum ich mich für diesen Wert entschieden habe: „Ausgangspunkt ist eine Empfindlichkeit von ISO 200. Die habe ich gewählt, weil dies bei Olympus als Basiswert gilt. Bei der DP2s wäre das eigentlich ISO 100, aber auf Grund der bei der E-P1 eingeschränkten Dynamik bei ISO 100 erschien mir eine einheitliche Empfindlichkeit von ISO 200 gerechter.“

    Die Einschränkung der E-P1 bei ISO 100 ist schon sehr deutlich sichtbar, und dies umso mehr bei Motiven, die in Hinblick auf den Dynamikumfang sehr anspruchsvoll sind – eben wie die Motive in diesem Vergleich. Denn hier handelt es sich nicht um einen Test unter Laborbedingungen, vielmehr geht es darum, wie die verglichenen Kameras sich im ganz gewöhnlichen fotografischen Alltag (z.B. bei Urlaubsbildern) behaupten. Und unter diesem Gesichtspunkt habe ich für mich entschieden, dass das leicht erhöhte Rauschen der DP2s bei ISO 200 weitaus weniger ins Gewicht fällt als die eingeschränkte Dynamik der E-P1 bei ISO 100 es getan hätte.

    Es geht hier also gar nicht um das letzte Quäntchen absoluter Bildqualität, sondern eher um die relative Alltagstauglichkeit, und meiner Meinung nach lehnt man sich da bei der DP2s auch mit ISO 200 nicht zu weit aus dem Fenster, zumal die DP2s selbst bei ISO 200 eher weniger rauscht als die E-P1.

    Vielen Dank jedenfalls für Ihre Anregung. Vielleicht ergibt sich an anderer Stelle mal die Gelegenheit, die DP2s gezielt auf ISO 50 und ISO 100 hin zu vergleichen. Ganz bestimmt werde ich noch oft auf Bilder der DP2s zurückgreifen, da ich selbst zu ihren leidenschaftlichen Anwendern zähle.

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