One Shot: Neulich auf dem Schlackeberg

Der Aufstieg auf den Schlackeberg (Halde Haniel) ist keineswegs geheimnisvoll. Mir sind keine Sagen, keine Mythen bekannt, die einen schlichten Sonntagsausflug um eine spannende Erzählung bereichern könnten – wie denn auch, schließlich handelt es sich bei der höchsten Erhebung weit und breit um ein recht junges Neben- oder Abfallprodukt des Kohlebergbaus, das mehr oder weniger liebevoll für den Tourismus erschlossen wurde.

Natürlich kann man dem durchaus interessant gestalteten Kreuzweg bis zum großen Holzkreuz folgen, doch machen wir uns nichts vor: ein wirklich mystisches Erlebnis ist das nicht – und als solches ist der Kreuzweg wohl auch nicht konzipiert, andernfalls hätte man ihn nicht unbedingt mit industriellen Accessoires des Bergbaus gestaltet und so eine eher prosaische Verquickung von Arbeitswelt und Religion geschaffen.

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Der Berg, das Kreuz und der kleine Junge.

Nun gut, es lag mir gar nicht im Sinn, aus einem schlichten Foto eine Geschichte zu machen, aber durch die Verwendung eines Fisheye Objektivs hat sich eine Perspektive ergeben, welche die wenig spektakuläre Szene fast unwirklich erscheinen lässt: die einsame Höhe, das sich herabneigende Holzkreuz, die undefinierte Ferne, die bedrohlichen Wolken, jener merkwürdig überflüssige Strahler und eben ein kleiner Junge, der einigermaßen verloren wirkt.

Worum es in dieser Geschichte geht, kann sich jeder selbst ausmalen. Ich denke, dass bei diesem Foto die Fischaugen-Perspektive den entscheidenden Reiz ausübt, verstärkt noch durch die Umwandlung in schwarzweiß. Aufgenommen wurde das Bild mit der Pentax K-5 und eben dem Schneider-Kreuznach D-Xenogon 10-17mm Fisheye bei ISO 80, 1/125s und Blende 11.

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