Neu eingetroffen: Sigma 2.8/30 EX DN

Nun sind die ersten Sigma-Objektive für Sonys NEX-System endlich auf dem Markt – das kann nur eine Bereicherung sein, zumal angesichts der nach wie vor bescheidenen Objektivpalette Sonys und der bestehenden Engpässe bei deren Verfügbarkeit. Sigma beliefert den Markt zum richtigen Zeitpunkt und dies auch noch zu einem Kampfpreis von EUR 199,00 sowohl für das 2.8/19 als auch für das 2.8/30. Preisgünstigere Objektive mit E-Mount gibt es derzeit nicht.

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Ob man für den Preis Abstriche bei der Qualität machen muss, wird sich erst noch zeigen. Immerhin spendiert Sigma den beiden Objektiven das „EX“-Kürzel, firmenintern ein Zeichen für eine besonders hochwertige Ausführung, die auch professionellen Ansprüchen genügen soll.

In Hinblick auf die zu erwartende Bildqualität stößt man immer wieder auf Annahme, dass die optische Konstruktion identisch sei mit den Objektiven, die in Sigmas neuen Kompaktkameras DP1 Merrill und DP2 Merrill verbaut werden. Da diese Kameras mit dem extrem anspruchsvollen Sensor der SD1 ausgestattet sein werden, müssten die Objektive theoretisch höchsten Anforderungen gewachsen sein – aber wie verträgt sich das mit dem Preis?

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Nun, man wird sehen. Was mich schon jetzt angenehm überrascht hat, ist die geringe Größe des 2.8/30mm. Natürlich durfte man eine gewisse Kompaktheit erwarten, aber da ich schon reichlich Erfahrung mit wirklich großen und schweren Objektiven aus dem Hause Sigma sammeln konnte, schien mir eine gewisse Skepsis angebracht.

Aber umsonst. Das Objektiv passt hervorragend zur Sony NEX-7. Es ist kein Pancake, trotzdem klein und leicht genug, um die Kamera nicht kopflastig erscheinen zu lassen. Die Verarbeitung ist sehr gut, wenn auch nicht luxuriös. Zum Lieferumfang gehört ein schnuckeliger, kleiner Köcher, und auch wenn ich eigentlich noch nie einen Objektivköcher gebraucht habe, freue ich mich doch über die Großzügigkeit Sigmas.

Etwas spendabler hätte Sigma allerdings bei der Lichtstärke des Objektivs sein dürfen. Eine Offenblende von 2.8 ist keineswegs spektakulär, sondern allenfalls solide. Ein Kompromiss sicherlich, bei dem wohl auch die Kosten eine Rolle gespielt haben dürften. Die Frontlinse ist jedenfalls winzig, was wiederum eher an ein Pancake erinnert. Der Fokusring dagegen ist sehr breit und griffig ausgefallen.

Wenn das Objektiv nicht mit Strom versorgt wird, klappert es im Innern. Sobald man die Kamera einschaltet, ist alles fest. Interessant. Über eine Vorrichtung zur Bildstabilisierung verfügt das Objektiv jedoch nicht. Wenig berauschend ist die Naheinstellgrenze von 30cm (beim 2.8/19 sind es 20cm). Das ist ok, mehr nicht.

Ich habe mich zunächst für die 30mm Brennweite entschieden, die, auf Kleinbildformat umgerechnet, 45mm entspricht, was ich als sehr vertraut und angenehm empfinde. Ich mochte immer schon gerade den Brennweitenbereich zwischen 35mm und 50mm. Als ein bekanntes Beispiel sei hier mal das Nikkor 2.8/45 P genannt, das Nikon passend zur FM3A auf den Markt brachte – zu analogen Zeiten, versteht sich, aber auch heute noch ein begehrtes Objektiv. Angelehnt übrigens an einen ganz großen Klassiker: das Zeiss Tessar 2.8/45. Kurz, das Sigma 2.8/30 befindet sich brennweitenmäßig in bester Gesellschaft.

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Sieht sehr gut aus an der NEX-7: das Sigma 2.8/30 EX DN.

Insgesamt macht das Sigma 2.8/30 EX DN einen guten ersten Eindruck. Der Preis ist wirklich sehr günstig. Welchen Gegenwert man dafür letztlich erhält, kann nur ein eingehender Test zeigen. Was zählt, ist natürlich die Bildqualität – und da darf man durchaus hoffen. Ein ausführlicher Erfahrungsbericht folgt demnächst.

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