Neu eingetroffen: Zeiss Sonnar 2.8/90 für Contax G

Es gibt Objektive, die mag man. Sei es eine bestimmte Brennweite, sei es eine bestimmte Abbildungscharakteristik, sei es die Lichtstärke, die Handhabung, das Aussehen. Man stellt fest, dass man mit dem einen Objektiv häufiger fotografiert als mit anderen, und meistens erzielt man damit auch noch die schönsten Ergebnisse. Eines meiner absoluten Lieblingsobjektive war immer das Zeiss Sonnar 2.8/90, das an meiner Contax G1 häufiger zum Einsatz kam als jedes andere.

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Carl Zeiss Sonnar 2.8/90 in schwarz.

Nun ist die Blütezeit des Contax G-Systems bekanntlich längst vorbei. Die analoge Fotografie ist bloß noch eine Liebhaberei einiger Exoten. Die ersehnte digitale Contax G hat es nie gegeben, Kyocera – als Hersteller der Contax-Produkte – hat sich vor einigen Jahren aus dem Kamerageschäft zurückgezogen, und Zeiss – als Inhaber des Markennamens – hat bis heute keine Anstalten gemacht, Contax noch einmal auferstehen zu lassen.

Zum Glück gibt es inzwischen aber diverse spiegellose Kameras, an die sich mit geringem Aufwand beinahe jedes Objektiv ansetzen lässt, sogar ein launisch für den reinen Autofokusbetrieb konstruiertes wie das Zeiss G-Sonnar (und natürlich auch die anderen Objektive der G-Serie). Gute Gelegenheit also, so manche in die Jahre gekommene Liebe wieder neu aufflackern zu lassen – und das Zeiss Sonnar 2.8/90 hat es ganz sicher verdient, auch heute noch beachtet zu werden.

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Außer einem Adapter und einer spiegellosen Systemkamera ist dazu nichts weiter notwendig. Als Kamera steht mir neuerdings die Sony NEX-7 zur Verfügung, die mit ihrem 24MP-Sensor natürlich hohe Ansprüche an die verwendeten Objektive stellt. Und da die Objektive der G-Serie keine eigene Vorrichtung zur Fokussierung besitzen, muss ein entsprechender Adapter mechanisch und manuell auf den Autofokus-Antrieb des Objektivs zugreifen.

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Beim hier verwendeten Adapter erfolgt die Scharfstellung mittels des des großen Metallrings, der an die kleine Stellschraube oben links gekoppelt ist. Das funktioniert nicht unbedingt seidenweich und ultrafein, aber es funktioniert, und das ist die Hauptsache. Durch den Crop-Faktor der NEX-7 wird aus dem 90mm Portraittele ein gemäßigtes Teleobjektiv mit 135mm Brennweite, und zusammen sieht das Ganze dann so aus:

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Sony NEX-7 mit adaptiertem Zeiss Sonnar 2.8/90 für Contax.

Gerade die schwarze Ausführung des Objektivs (weiter verbreitet ist die champagnerfarbene Version) passt hervorragend zur NEX-7, und auch die Größenverhältnisse sind einigermaßen stimmig. Bleibt halt nur noch die Frage, was das Sonnar an der NEX-7 leisten kann.

An der Contax G1/G2 war es ein Spitzenobjektiv, dass sich durch Schärfe und Kontrast schon bei Offenblende, eine leicht warme Farbgebung sowie die zeiss-typische dreidimensionale Bildwirkung (auch bekannt als Zeiss-Pop) auszeichnete. Kann es an der NEX-7 bestehen?

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Ich denke, bereits das erste Foto beantwortet die Frage. Es ist mit Offenblende entstanden, und der fokussierte Bereich der vorderen Sitzbank ist nicht nur äußerst scharf, sondern ragt regelrecht aus dem Bild heraus. Genau deswegen liebe ich Objektive von Zeiss, insbesondere das Sonnar.

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Es ist keineswegs verwunderlich, dass die Gebrauchtpreise der alten G-Objektive wieder gestiegen sind, seitdem sie bequem an digitalen Kameras verwendet werden können. Alte Liebe rostet eben nicht. Ebensowenig überrascht es, dass das beste für Sony NEX konstruierte Objektiv von Zeiss ist – noch dazu ein Sonnar.

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