One Shot: Fenster mit Buch und geblümter Fliese

Wie erholsam es mitunter ist, in einer farblosen Welt zu leben. Oder es sich wenigstens vorzustellen. Irgendwie, scheint es, wäre die Welt ohne Farben stiller, das Leben um uns her würde uns weniger bedrängen, weniger zusetzen. In der Fotografie (wie im Film) gibt es dieses Privileg des Sehens in Schwarzweiß, das immer schon mehr war als nur eine Notlösung.

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Leica M9 mit Zeiss Biogon 2.8/25 ZM: Blende 8, 1/125s bei ISO 160.

Leica hat mit der M Monochrom dieser besonderen Weltsicht sogar noch im Zeitalter der grellen Digitalfotografie ein Denkmal gesetzt, das zwar von vielen belächelt wird, aber im Grunde einer keineswegs lächerlichen Sehnsucht entspricht. In Ermangelung einer M Monochrom habe ich das Bild mit der M9 aufgenommen und nachträglich mit Silver Efex konvertiert. Das Zeiss Biogon 2.8/25 hat an der M9 natürlich seine Tücken (die man durch Maskierung als 28er Elmarit mildern kann), ist aber dennoch ein großartiges Objektiv mit einer verblüffenden Schärfeleistung, die allerdings in der stark verkleinerten Version des Bildes nicht zur Geltung kommt – daher hier ein ein Ausschnitt in 100%iger Wiedergabe.

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Bei dem Buch auf der Kommode handelt es sich um Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami.

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